Energy Accumulator unter Extrembedingungen getestet
5. Mai 2009 - 9:17 — admin
70° 39′ S, 8° 15′ W – der Ort der sich hinter diesen Koordinaten verbirgt, liegt auf dem gefrorenen Kontinent, der Antarktis, und war für vier Monate mein Wohn- und Arbeitsplatz. Als Kameramann begleitete ich für einen Dokumentarfilm die Sommersaison auf der Deutschen Forschungsstation „Neumayer“.
Der Begriff Sommersaison mag etwas in die Irre führen, denn als ich Anfang November aus dem russischen Transportflugzeug stieg und antarktischen Boden betrat, herrschten gerade 25°C unter Null und ein eisiger Wind pfiff mir um die Ohren.
7 Stunden zuvor stand ich noch in Kapstadt bei +30°C auf dem Rollfeld und überlegte mir, ob die Iljuschin IL-76 jetzt wirklich ein sicheres und zuverlässiges Flugzeug sei, um damit auf einer Eispiste zu landen. Gegen Mitternacht starteten wir Richtung Süden mit der Gewissheit, die Zivilisation und deren Annehmlichkeiten für lange Zeit hinter uns zu lassen- und ein großartiges Abenteuer vor uns zu haben. Die Neumayerstation liegt in der Atkabucht, nur wenige Kilometer von der Schelfeiskante entfernt, 12 Meter unter dem Eis. Zwischen Neumayer und der nächstgelegenen Forschungsstation liegen ca. 270 km Eiswüste, nach Berlin sind es fast 14000 Kilometer.
In 2 miteinander verbundenen, jeweils 90 Meter langen Röhren befinden sich die Unterkünfte und ein Teil der Labore der Überwinterer. Die Station ist ganzjährig bewohnt, von 9 Menschen, einem Team aus Wissenschaftlern und Technikern, die 15 Monate im Eis überwintern, 9 Monate davon in völliger Isolation. Die Wissenschaftler sammeln und bewerten Daten im Bereich der Meteorologie, der Luftchemie und Geophysik und leisten damit unter anderem einen wichtigen Beitrag zur Klimaforschung. Unser kleines Filmteam war der erste Stationsbesuch nach einem Dreivierteljahr Isolation, denn während des antarktischen Winters herrschen dort Temperaturen bis -50°C und es ist absolut unmöglich mit dem Flugzeug zu landen. Entsprechend groß war die Freude beim Überwinterungsteam, endlich wieder ein paar neue Gesichter zu sehen und Geschichten von „draußen“ zu hören. Gleich in den ersten Tagen nach unserer Ankunft, lernte ich die Antarktis von ihrer gefährlichen und unerbittlichen Seite kennen. Ein andauerndes Sturmtief tobte sich auf dem Eis aus. Windgeschwindigkeiten von bis zu 90kmh wirbelten kleinste Eiskristalle durch die Luft, keine Sicht, Whiteout und eine gefühlte Temperatur von unter -40°C. Für die Orientierung unter diesen Wetterbedingungen gibt es mehrere Handlaufleinen die auf dem Stationsgelände gespannt sind. Andernfalls würde man im Whiteout sofort die Orientierung verlieren, nicht mehr den Stationseingang finden – und schlimmstenfalls erfrieren. Als ich die Station über den westlichen Treppenturm verlassen wollte, konnte ich die Handlaufleine im dichten Schneetreiben nicht sehen, wusste aber das sie in 3 Metern Entfernung genau vor mir war. Ich ließ das Treppengeländer los, sofort drückte mich der Sturm seitlich weg. Nach zwei Metern sah ich weder die Handlaufleine vor mir, noch den Treppenturm hinter mir. Um mich herum nur donnerndes Weis. Panik kam auf, wo befand ich mich, und wo musste ich hin? Ich entschied mich für den Rückweg und fand auch glücklicherweise den Eingang wieder. Sofort holte ich mir mein GPS. Denn falls ich im Schneesturm wirklich die Handlaufleine verpassen sollte, würde ich mit Hilfe des GPS immerhin auf dem Stationsareal bleiben und nicht in die Unendlichkeit wandern. Erst vor wenigen Jahren hat auf der benachbarten südafrikanischen Station ein Forscher während eines Schneesturms die Orientierung verloren und ist erfroren – 20 Meter vom rettenden Eingang entfernt.
Neben unseren täglichen Dreharbeiten, mussten wir uns zügig in den Stationsalltag finden und natürlich auch daran beteiligen. Wenn die Kamera gerade nicht lief, schnippelte ich in der Küche Gemüse, wusch Töpfe und Pfannen, saugte in den Fluren Staub den es leider auch in der Antarktis gibt. Das Highlight ist jedoch der so genannte Schmelzendienst. Auf der Forschungsstation wird Trink- und Brauchwasser durch Schnee schmelzen gewonnen. Während der Sommersaison arbeiten bis zu 40 Menschen auf der Station, die alle mit Wasser versorgt werden müssen. Der täglich wechselnde Schmelzendienst muss rund um die Uhr bei schönstem Sonnenwetter oder im tobenden Eissturm draußen auf dem Eis, riesige Mengen Schnee in das Schmelzenrohr schaufeln. Bei Sturm und dichtem Schneetreiben ist es ein echter Kraftakt überhaupt den Deckel des Rohres zu finden und freizuschaufeln. An diesem Tag ist es den Schmelzendiensthabenden auch gestattet die eigene Wäsche zu waschen, während das Duschen glücklicherweise immer erlaubt ist.
Nur wenige Kilometer von der Neumayer-Station entfernt befindet sich eine riesige Kaiserpinguinkolonie, mit über 3000 Tieren. Die Jungvögel waren bereits geschlüpft und liefen Kreuz und Quer über das Eis. Hier drehten wir phantastische Szenen vor einer großartigen Kulisse. Im Hintergrund steckten riesige Eisbergformationen im Meereis fest und direkt um uns herum drängten sich die Pinguine, vollkommen ohne Scheu gegenüber uns Menschen.
Oft warteten wir stundenlang, bis sich schöne Szenen ergaben. Unter meiner Spezialkleidung für polare Gebiete, trug ich den Energy Accumulator von x-bionic. Beim Gehen im Schnee mit unserer schweren Filmausrüstung kommt man auch in der Kälte schnell ins Schwitzen. Dann steht man mit der Kamera wieder lange Zeit im eisigen Wind und wartet auf den richtigen Moment.
Mit dem Energy Accumulator war ich so vor der gefährlichen Unterkühlung hervorragend geschützt und konnte auch bei den knackigsten Temperaturen optimal arbeiten. Das lange Ausharren in der Kälte hat sich oft gelohnt. Manchmal tauchten jagende Wale an der Eiskante auf um Luft zu holen. Oder die Pinguine rutschten in langen Gruppen übers Eis. Während des antarktischen Sommers wird es nie dunkel, sodass wir häufig bis weit nach Mitternacht in traumhaftem Licht diese einzigartige Natur drehen konnten. Ende Januar verschwand die Sonne dann wieder erstmalig hinter dem Horizont und die Tage wurden schnell kürzer. Der Winter nahte. Für uns war es Zeit.
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Your X-BIONIC / X-SOCKS Team
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